Mikrolabor · Interaktive Modelle Empirische Schätzwerte · Stand 2024

Das Mikrolabor.

Baue Angebots- und Nachfragekurven, verändere Elastizitäten, Steuern und Marktstrukturen — und sieh live, was die Wirtschaftswissenschaft dazu sagt.

Kurvenparameter
Max. Zahlungsbereitschaft 120 €
Nachfrage-Steilheit mittel
Min. Grenzkosten Anbieter 20 €
Angebots-Steilheit mittel
Gleichgewichtspreis:
Gleichgewichtsmenge:
Konsumentenrente:
Produzentenrente:
Gesamtwohlfahrt:
Marktgleichgewicht · Konsumenten- & Produzentenrente
Ökonomische Einordnung
Das Marktgleichgewicht ist der Preis, bei dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Die grüne Fläche zeigt die Konsumentenrente (Differenz zwischen Zahlungsbereitschaft und tatsächlichem Preis), die blaue die Produzentenrente. Im Gleichgewicht ist die Gesamtwohlfahrt maximiert — jede Abweichung erzeugt Verluste.
Quelle: Marshall (1890) · Mankiw/Taylor Grundzüge der Volkswirtschaftslehre (2018)
Elastizitätsparameter
Preiselastizität ε −1,0
Ausgangspreis P₀ 50 €
Preisänderung +10 %
Ausgangsmenge Q₀:
Neue Menge Q₁:
Umsatz vorher:
Umsatz nachher:
Umsatzveränderung:
Typ:
Empirische Richtwerte:
Benzin: −0,25 · Lebensmittel: −0,27
Restaurants: −2,3 · Zigaretten: −0,4
Luxusgüter: −2,5 bis −4,0
Isoelastische Nachfragekurve · Umsatzrechtecke
Was bedeutet Elastizität?
Bei |ε| > 1 (elastisch) reagiert die Nachfrage stark auf Preisänderungen — Umsatz sinkt bei Preiserhöhung. Bei |ε| < 1 (unelastisch) ändert sich die Menge kaum — Umsatz steigt. Der Umsatz ist bei ε = −1 maximal. Unternehmen mit Marktmacht setzen Preise im elastischen Bereich (sonst könnten sie durch Preissenkung den Umsatz steigern).
Quellen: Burke & Nishitateno (2013, Energy Policy) · Andreyeva et al. (2010, Am. J. Public Health) · FAO (2015)
Steuerparameter
Steuerhöhe pro Einheit t 20 €
Nachfrage-Elastizität εD −1,0
Angebots-Elastizität εS +1,0
Konsumentenpreis P_C:
Produzentenpreis P_P:
Konsumenten tragen:
Produzenten tragen:
Steueraufkommen:
Wohlfahrtsverlust DWL:
Steuereffekt · Inzidenz & Wohlfahrtsverlust
Wer trägt die Steuerlast?
Die Steuerlast verteilt sich nach relativer Elastizität: Wer weniger ausweichen kann, zahlt mehr. Bei unelastischer Nachfrage (z.B. Benzin, Tabak) tragen Konsumenten den größten Teil. Bei unelastischem Angebot (z.B. Boden) landen fast alle Kosten beim Produzenten. Der Wohlfahrtsverlust (DWL) steigt quadratisch mit dem Steuersatz.
Quellen: Carbonnier (2007, QJE) · Doyle & Samphantharak (2008, J. Public Econ.) · Weyl & Fabinger (2013, JPE)
Arbeitsmarkt-Parameter
Gleichgewichtslohn W* 12,0 €/h
Mindestlohn W_min 13,0 €/h
Beschäftigungselastizität εL −0,2
Beschäftigung vorher:
Beschäftigung nachher:
Arbeitsangebot bei W_min:
Arbeitslosigkeit:
Lohnmasse vorher:
Lohnmasse nachher:
Emp. εL-Richtwerte (Dube 2019):
Moderate Erhöhung: −0,1 bis −0,3
Sehr hoher Mindestlohn: bis −0,8
DE Medianlohn ungelernt: ~12 €/h
Arbeitsmarkt · Mindestlohneffekt
Was sagt die Forschung zum Mindestlohn?
Klassische Modelle sagen deutliche Beschäftigungsverluste vorher. Empirisch sind die Effekte aber deutlich kleiner: Dube (2019) findet Elastizitäten nahe 0 bis −0,3 für moderate Erhöhungen in US-Bundesstaaten. Ursachen: Monopsonmacht der Arbeitgeber, Kaufkrafteffekte, geringe Substituierbarkeit von Niedriglohnarbeit. Hohe Mindestlöhne (>70% des Medianlohns) zeigen stärkere negative Effekte.
Quellen: Dube (2019, Hamilton Project) · Cengiz et al. (2019, QJE) · IAB Kurzbericht 15/2024 · Card & Krueger (1994, AER)
Marktstruktur-Parameter
Grenzkosten GK (MC) 20 €
Max. Zahlungsbereitschaft 100 €
Nachfrage-Steilheit mittel
Monopolpreis P_M:
Wettbewerbspreis P_W:
Monopolmenge Q_M:
Wettbewerbsmenge Q_W:
Lerner-Index:
Monopolgewinn:
Wohlfahrtsverlust DWL:
Monopol vs. vollkommener Wettbewerb
Monopolmacht in der Realität
Der Lerner-Index (P−MC)/P misst Marktmacht: 0 = vollkommener Wettbewerb, 1 = maximale Monopolmacht. Der Monopolist produziert weniger und verlangt mehr als im Wettbewerb — das erzeugt Wohlfahrtsverlust. Empirisch: Meta/Google ≈ 0,5–0,6 · Pharmaindustrie ≈ 0,7 · Airlines ≈ 0,3. Der durchschnittliche US-Lerner-Index stieg von 0,21 (1980) auf 0,61 (2016) durch zunehmende Marktkonzentration.
Quellen: De Loecker, Eeckhout & Unger (2020, QJE) · Autor et al. (2020, AER) · Monopolkommission DE Hauptgutachten 2022